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Philipp Golds Eltern überließen ihm die Entscheidung, ob er Tabletten nehmen möchte. Nachdem er die positive Wirkung selbst merkte, war für ihn die Entscheidung klar.

Philipp Gold: Also meine Mutter und mein Vater kamen so zu mir und meinten so „Philipp, wenn du das nicht willst, müssen wir das nicht machen. Wir waren nie die Freunde von Tabletten oder so." Deshalb haben sie mich auch in so eine Therapie gesteckt, weil sie meinten, es ist nie gut, einfach nur Tabletten zu verschreiben und deshalb... Ja, schon, also meine Eltern.
Interviewer: Aber weil halt, als du gemerkt hast, das bringt nichts, dann... 
Philipp Gold: Ich bin jetzt momentan da raus, und mache jetzt momentan nur Tabletten und das ist eigentlich ganz okay, ja.

Interviewer: Also die Tabletten zu nehmen, das war also deine Entscheidung? Du hast das selbst entschieden?

Philipp Gold: Ja, ich habe selber für mich gesagt: „Du kannst es ja mal ausprobieren. Warum nicht was ausprobieren, wenn es am Ende dann das ist?"
Interviewer: Und wie war das dann? Also als du das ausprobiert hast, was hast du gemerkt, wie war das dann?
Philipp Gold: Also ich kann mich jetzt nicht mehr daran erinnern, wie es war, wie ich es ausprobiert habe. Aber ich kann beispielsweise sagen, ich hatte jetzt von den Sommerferien bis zu den – jetzt muss ich kurz überlegen – bis zu den Herbstferien Tabletten-Pause gemacht. Dann waren auf jeden Fall meine Noten ein wenig schlechter. Und dann war ich jetzt, nach den Winterferien zweieinhalb Wochen in England. Und da war es so, da hatte ich über die ganze Winterferien keine Tabletten genommen. Und dann die zwei Wochen in der Schule, bevor ich nach England bin, auch keine Tabletten. Das heißt, ich war wirklich sechs Wochen gar nicht auf Tabletten. Und dann habe ich die am ersten Tag in England genommen. Man muss dazu sagen: 30 Milligramm. Denn ich habe auch 10er, denn normalerweise steige ich mit den 10ern wieder ein. Aber ich dachte so: „Ja komm, nimmst du jetzt die 30er." Ich habe die 10er an dem Tag nicht gefunden. 30er nehme ich normal in der Schule und da bin ich immer noch nicht der Ruhigste. Und es war wirklich so, als hätte ich wieder fast neu mit Tabletten angefangen. Dann war es wirklich so an dem Tag, wir sind da nur durch die Stadt gelaufen, ich habe diese Tabletten morgens genommen und ich war nach einer Stunde wirklich so, dass ich im Bus fast schon eingeschlafen bin. Ich war den ganzen Tag bin ich nur so: „Ja, kommt, alles gut." Und wirklich nur den anderen hinterher gelaufen und war total – ich war wirklich so ruhig und auch nicht so super drauf. Und da habe ich wirklich so gemerkt, das muss an den Tabletten gelegen haben. Denn am Tag vorher, wo ich noch keine genommen hatte: total impulsiv, auf England gefreut, alles cool, morgens am Flughafen noch ausgerastet und so, noch rumgehüpft. Und dann wirklich an dem Tag und das war wirklich so, da habe ich so gedacht, wahrscheinlich auch an dem ersten Tag, als ich mit den 30ern angefangen habe. Und wirklich, die haben da hast du wirklich so gemerkt, meine gute Freundin von mir, die mit mir da war, kam so: „Philipp, du nimmst hier Tabletten?" Und ich so: „Ja ja, woher weißt du das?" Die so: „Du hast heute höchstens fünf Sätze gesagt." Und da habe ich das schon gemerkt. Das war sowas, wo ich auf jeden Fall so gemerkt habe, dass diese Tabletten auch was bringen, wenn man sie dann nimmt.

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