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Stefanie Peters erzählt, dass sich in der Klink irgendwann ein Schalter in ihr umlegte.

Es war halt einfach so, es kam plötzlich. Ich hatte das Gefühl, ich werde von der Realität einfach eingeholt. Und, ja, ich bin 18, ich liege jetzt in der Klinik, habe eine Essstörung. „Ja, jetzt guck mal wie du klar kommst“, so auf die Art. Und es war echt ein Schlag. Und ich habe dann auch erstmal abgenommen, als ich hier war. Nach ungefähr sieben Wochen war ich immer noch unter dem Aufnahmegewicht. Und dann hieß es halt: „Ja, Sie werden jetzt entlassen.“ Es kann nicht sein, dass das sich so lange rauszögert und dass ich halt einfach nicht bereit bin zuzunehmen. Das nicht der richtige Zeitpunkt ist. Ich muss nach Hause. Und als die Aussage kam, ich muss nach Hause, da wurde mir mal bewusst, was eigentlich auf dem Spiel steht. Ich wusste, wenn ich nicht mal in der Klinik es hinbekomme, meine Probleme in den Griff zu bekommen, wo denn sonst. Ich wusste, ich schaffe es nicht alleine. Und das hat einen Schalter in mir umgelegt, wo ich gemerkt habe: Ich muss. Es bringt nichts, wenn ich hier immer nur schummle und weiterhin alle Kohlenhydrate weglasse oder so. Ich komme einfach nicht voran. Und ich wusste, es ist keine Option für mich zurück nach Hause zu fahren. Und dann habe ich mal angefangen wieder mal ein Stück Kuchen zu essen. Mal Nudeln zu probieren und zu merken: „Mh, es schmeckt doch gar nicht so schlecht, wie ich immer gedacht habe.“ Mal ein Brot mit Butter zu essen, anstatt es einfach nur so ohne Belag zu essen. Halt so Kleinigkeiten. Jetzt seit ungefähr drei, vier Wochen bin ich ins Zunehmen gekommen und ja.

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