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Tanja Zillich erzählt, wie schrecklich sich der Kreislauf von Fressen und Hungern anfühlte.

Und ich weiß dann kamen auch wirklich diese Fressattacken und das ist was, da ist man komplett weggebeamt. Bei mir war es Brot. […]
Ich habe Brot gegessen, kiloweise Brot. Und dann natürlich so einen Magen, mir war schlecht und da habe ich nur geweint. Nur geweint. Habe mich dann irgendwie wieder ins Bett geschleppt und habe jetzt gedacht: So, und jetzt sterbe ich, ich wache nicht mehr auf. 
Und natürlich bin ich immer wieder aufgewacht. Und dann natürlich am nächsten Tag gar nichts gegessen. Und dann war das meist am Sonntag und am Montag musste ich ja wieder zur Arbeit. Da war das wie so ein Kreislauf, aus dem ich nicht mehr rausgekommen bin. […]
Und dann musste ich mit diesem Brot in mir drin irgendwie überleben. Also man denkt immer: Ja, es gibt andere Probleme. Aber das war also das Hauptproblem, was ich damals hatte. Und natürlich am nächsten Tag immer gleich Laufen. Mich aufgerafft, irgendwie mich zu bewegen, dass ich dieses Brot in mir nicht mehr spüre. Und dann, wenn ich gemerkt habe: Oh, jetzt habe ich wieder diese Leere, das ist wie so ein Rausch. Also das war ein Rausch, das andere mit dieser Fressattacke war unglaublich. Aber der Körper, denke ich, schreit da einfach nach Nahrung: Gib mir irgendwas. Und dann kann man nicht mehr aufhören. Man kann nicht mehr aufhören. Und das war ganz furchtbar. Und dann kommt noch dieser Selbsthass und: „Was mache ich denn da?“

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